Zwischen Mietvertrag und Lebensplanung: »Wohn(t)räume« am KGN
Wie möchte ich später wohnen? Welche Faktoren spielen bei der Planung und Einrichtung einer eigenen Wohnung eine Rolle – von Kosten über die sprichwörtliche „Lage, Lage, Lage“ bis hin zur eigenen Lebenssituation? Für viele unserer Schülerinnen und Schüler ist der Auszug in die erste eigene Wohnung ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit – zugleich aber auch ein Vorhaben, das mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist.
Um sie darauf vorzubereiten, fand an unserer Schule das eintägige Berufsorientierungsprojekt „Wohn(t)räume“ statt. Angelehnt an das ostholsteinische Konzept des Wohnführerscheins setzten sich die Teilnehmenden praxisnah mit zentralen Themen wie Mietrecht, Haushaltsführung und Finanzen auseinander. Unterstützt wurden sie dabei von Mitarbeitenden der Initiative „Jugend stärken“.
Im Verlauf des Tages erhielten die Schülerinnen und Schüler unter anderem einen Mietvertrag, den sie auf problematische oder unzulässige Klauseln überprüfen sollten. Darüber hinaus beschäftigten sie sich mit typischen Wohnungsanzeigen und den darin verwendeten Abkürzungen wie Wfl., EBK, D-Bad, WB, BK inkl. oder KM. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den realen Kosten, die beim Einzug in eine eigene Wohnung entstehen, sowie auf der Frage, wie diese finanziert werden können – etwa durch Unterstützungsmöglichkeiten wie BAB oder BAföG.
Neben diesen eher formalen Aspekten bot das Projekt auch Raum für persönliche Perspektiven. In Kleingruppengesprächen wurden unterschiedliche Lebensentwürfe diskutiert und alltagsnahe Fragen aufgegriffen: Reicht das Budget im Studium noch für Bio-Lebensmittel? Ist ein Fitnessstudio weiterhin finanzierbar? Was kann ich mir überhaupt noch leisten?
Ein weiterer Baustein des Projekts war die praktische Auseinandersetzung mit der Haushaltsführung. Die Schülerinnen und Schüler überlegten, welche Aufgaben regelmäßig anfallen, welche Rechte und Pflichten Mieterinnen und Mieter haben und wie sich ein eigener Haushalt sinnvoll organisieren lässt. Es zeigte sich, dass viele bereits Erfahrungen aus dem Elternhaus mitbringen und ein gutes Grundverständnis für die anfallenden Aufgaben besitzen.
Das Projekt bot somit einen lebensnahen Einblick in die Anforderungen des eigenständigen Wohnens und stellte für viele eine kleine Orientierung für die nächsten Schritte nach der Schulzeit dar.