FlexProjekt Cap Arcona 2022 "Zu Ehren Roger Vyveys"

Roger Vyvey (1920-2003) lebte in Nieuwpoort, Belgien. Die Stadt lag in der Sperrzone, die die deutschen Besatzer für den Bau des Atlantikwalls errichteten. Roger Vyvey schloss sich 1942 einer Widerstandsgruppe an, die Informationen für die britische Armee sammelte. Am 14.4.1944 wurde er von deutscher Feldpolizei verhaftet, nachdem die Gruppe durch Verrat enttarnt worden war. Die Deutschen verhörten und folterten ihn und deportierten ihn am 30.8.1944 mit 2000 anderen Verfolgten aus Antwerpen in einem Viehwaggon.

Im KZ Neuengamme erhielt Roger Vyvey die Häftlingsnummer 44 444. Er musste mit 400 anderen Belgiern im KZ-Außenlager Bremen-Blumenthal für die Deschimag-Werft Zwangsarbeit leisten. Nach einem Schaden an einer Maschine wurde Roger Vyvey der Sabotage beschuldigt und zur Strafe gefoltert. Anfang April 1945 wurde das KZ-Außenlager geräumt, zuerst in einem Todesmarsch und dann mit Viehwaggons über Neuengamme nach Lübeck auf die Häftlingsschiffe. Roger Vyvey erinnerte später vor allem das Sterben von Mithäftlingen auf der „Cap Arcona“ und der „Athen“ in den Tagen vor dem 3. Mai. Er gehörte zu der Häftlingsgruppe, die den Bomben entgingen, weil sie am 3. Mai 1945 auf der „Athen“ befreit wurden.

Roger Vyvey war sehr geschwächt. Nachdem er zu seiner Mutter zurückgekehrt war, merkte er, dass seine Berichte aus der Haft in Nieuwpoort auf Unglauben stießen. Roger Vyvey engagierte sich im „Belgische Vriendenkring Neuengamme“. Sein Enkel Kristof van Mierop lernte die Geschichte seines Großvaters kennen und trat, nachdem er 2015 eine Fahrt nach Neuengamme und Bremen unternommen hatte, in den Vriendenkring ein. Er ist nun Generalsekretär der Amicale Internationale KZ Neuengamme.


Kristof van Mierop hat das Projekt mit Material unterstützt und stand den Schülerinnen und Schülern für Fragen zur Verfügung. Für ihn sind Kunstwerke, die ihm zur Erinnerung am 3. Mai persönlich übergeben werden.