Kommunalpolitik(er) zum Anfassen
Vier Kommunalpolitiker aus Neustadt in Holstein nahmen sich vergangene Woche Zeit, um mit Schülerinnen und Schülern über aktuelle Projekte und Herausforderungen unserer Stadt zu sprechen. Vertreten waren Mitglieder der BGN, CDU, SPD sowie Grünen.
Schnell wurde im Gespräch mit den vier ehrenamtlichen Politikern deutlich, dass Neustadt im kommunalen Vergleich hohe Schulden hat und dennoch Wege finden muss, sich positiv weiterzuentwickeln und dies in Teilen auch kann. Die Politiker waren sich einig, dass besonders dringlich Themen wie fehlende Kindergartenplätze, die überfüllte Grundschule, der Zustand des Uferwanderwegs und die Zukunft der Seebrücke sowie die Eutiner Straße in Sommermonaten den Handlungsdruck der Stadt deutlich machen und zeigen, vor welchen großen Herausforderungen Neustadt in den kommenden Jahren steht.
Trotz dieser Schwierigkeiten betonten die Politiker, dass Neustadt auch Chancen habe. Besonders die Ansiedlung der Ausbildungseinrichtung für die Seenotrettung in Deutschland an der Hafenwestseite oder die GSG 9 sowie die Hinterlandanbindung könnten der Region neue Impulse geben. Die Politiker machten hierbei deutlich, dass solche Projekte nicht nur die lokale Infrastruktur stärken, sondern auch das Selbstverständnis der Stadt als attraktiven Standort.
Im offenen Austausch konnten die Schülerinnen und Schüler viele Fragen stellen – etwa dazu, wie politische Entscheidungen entstehen, welche Aufgaben Kommunalpolitiker im Ehrenamt übernehmen und was sie persönlich motiviert, sich für Neustadt einzusetzen. Die Gäste warben dabei eindringlich um das Interesse junger Menschen an lokaler Politik: Nur wer sich einbringe, könne die Zukunft der Stadt aktiv mitgestalten – vor allem die jener Generation, die „in 20 Jahren noch hier leben wird“.
Was deutlich wurde war: Kommunalpolitik findet mitten im Alltag statt – und die Menschen, die sie gestalten, tun das ehrenamtlich, mit viel Engagement, Herzblut für ihre Stadt und im Interesse aller.