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Deutsch

Sprechen, Lesen und Schreiben sind Varianten der großen Vielfalt gesprochener und geschriebener Sprache. Einblick in diese Mannigfaltigkeit und die Fähigkeit, Sprache und Sprachgebrauch untersuchen zu können, um Verstehens- und Kommunikationskompetenzen zu erlangen, ist von zentraler Bedeutung für gesellschaftliche Teilhabe und Bildung.

Das Ziel des Deutschunterrichts am KGN ist daher, dass unsere Schüler*innen Texte und Medien einerseits in ihrer Vielschichtigkeit verstehen und andererseits auch verschiedenartigste Texte verfassen und sich in vielfältigen Kommunikationssituationen unterschiedlichen Adressaten gegenüber schriftlich wie mündlich angemessen äußern können.

Dafür erhalten Sie einen fundierten Einblick in den Reichtum geistesgeschichtlicher, sprachlicher, literarischer, kultureller und medialer Vielfalt und werden dazu angehalten, sich in diesem Stimmengewirr zu verorten. Gerade die fiktionalen Welten der Poesie – Epik, Lyrik und Drama – werden dabei als wichtige weitere Möglichkeiten des Weltzugriffs, als Erweiterung der leiblichen durch fiktionale Erfahrungen gesehen, die Schüler*innen dazu anregen, sich mit zeitgenössischen sowie historischen Erscheinungsformen von Sprache und Literatur auseinanderzusetzen und die Bedeutung von kulturellen und ästhetischen Vorstellungen für die gesellschaftliche Entwicklung zu erfassen.

Neben fest verankerten Theater-, Lesungs oder Kinobesuchen veranstalten wir Fahrten mit kulturellen Hintergrund, bieten FlexProjekte an und beteiligen uns erfolgreich an außerschulischen Wettbewerben wie Jugend debattiert oder Vorlesewettbewerben.

FlexProjekt "Weimarfahrt"

Kul­tur und Geist, Unkul­tur und Bar­ba­rei befin­den sich im beschau­li­chen Wei­mar so nahe bei ein­an­der wie wohl in kei­nem ande­ren Ort. Thea­ter, Museen, Parks, Biblio­the­ken, Denk­mä­ler — die Liste der Sehens­wür­dig­kei­ten ist dort außer­or­dent­lich und lang. Auf der ande­ren Seite betrie­ben die Natio­nal­so­zia­lis­ten vor den Toren der Stadt bis zum April 1945 das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Buchen­wald und hiel­ten dort mehr als eine Vier­tel­mil­lion Men­schen aus über 50 Natio­nen gefan­gen, von denen ein Groß­teil von der SS ermor­det wurde oder den Tod durch Erschöp­fung, Hun­ger, Fol­ter und medi­zi­ni­sche Expe­ri­mente fand.

Diese Ambi­va­lenz zu ergrün­den haben sich 20 Schü­le­r*in­nen unse­rer Schule im Rah­men eines fächerübergreifenden Flex-Projektes vom 05. bis zum 08.10.2017 zur Auf­gabe gemacht und dem “Geist von Wei­mar” nach­ge­spürt, der auch Fried­rich Ebert dazu ver­an­lasste, die Ver­fas­sung­ge­bende Ver­samm­lung, die nach 1919 das Deut­sche Reich als “Wei­ma­rer Repu­blik” prä­gen sollte, in die Kul­tur­stadt zu ver­le­gen. So wan­del­ten sie zunächst auf den musea­len Spu­ren Goe­thes, Schil­lers, Wie­lands, Bachs, Cra­nachs und Her­ders und besuch­ten im Natio­nal­thea­ter eine Auf­füh­rung der Tra­gö­die “Faust”, deren Insze­nie­rung Anlass zur Dis­kus­sion bot. 

Am nächs­ten Mor­gen ging es dann in die kom­plette Gegen­welt: Das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Buchen­wald begrüßte die Gruppe mit unwirt­li­cher, eisi­ger Kälte, die sich — nach einer kur­zen Ein­stim­mung auf dem Lager­bahn­hof — im Rah­men des Besuchs des Gelän­des und der Austel­lung auch auf die Gemü­ter über­tra­gen sollte. Zurück in der Stadt teilte sich die Gruppe, so dass zeit­gleich noch ein Kaba­ret und die Auf­füh­rung eines zeit­ge­nös­si­schen Thea­ter­stücks besucht wer­den konnte!

Zwei Schul­sie­ge­rin­nen im Vorlesen

Auch in die­sem Jahr betei­ligt sich das KGN am bun­des­wei­ten Vor­le­se­wett­be­werb. Am letz­ten Mon­tag tra­ten die Sie­ge­rin­nen und Sie­ger der 6. Klas­sen in unse­rer Aula gegen­ein­an­der im Lesen an. Alle Teil­neh­mer hat­ten sich toll auf ihren Auf­tritt vor­be­rei­tet, so dass die Jury nach der ers­ten Runde, in der ein eigens aus­ge­wähl­ter Text gele­sen wer­den durfte, erst nach lan­gen Bera­tun­gen die vier Bes­ten unter ihnen bekannt geben konnte. In der zwei­ten Runde galt es dann, einen unge­üb­ten Text so leben­dig wie mög­lich zu gestal­ten. Wir gra­tu­lie­ren den bei­den Sie­ge­rin­nen, von denen eine nun in Eutin gegen wei­tere Schul­sie­ger antre­ten wird!

Auf nach Kiel!

In der Kreis­bi­blio­thek in Eutin wurde der dies­jäh­rige Kreis­ent­scheid des Vor­le­se­wett­be­werbs, ins Leben geru­fen vom Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels, aus­ge­tra­gen. Vor gro­ßem Publi­kum lasen 20 Schü­le­rin­nen und Schü­ler aller Schul­ar­ten um die Wette. Beein­dru­ckende Lese­per­for­man­ces und ent­spre­chend große Kon­kur­renz konn­ten aller­dings die Schul­sie­ge­rin des KGN nicht schre­cken: Sie gewann den Kreis­ent­scheid mit beein­dru­cken­der Gelas­sen­heit. Nun heißt es: Auf nach Kiel!

FlexProjekt Q2 in Weimar 2019

Höhen und Tie­fen deut­scher Geschichte haben 18 Schüler*innen des Abitur­jahr­gangs in der letz­ten Woche erfah­ren. Auf einer Exkur­sion nach Wei­mar waren sie zunächst auf den Spu­ren Goe­thes und Schil­lers unter­wegs. In deren zu Museen umge­bau­ten Wohn­häu­sern gab es viel zu sehen: Die Arbeits­zim­mer der bei­den gro­ßen Dich­ter ebenso wie All­tags­ge­gen­stände und eine Viel­zahl von Kunst­ob­jek­ten, mit denen vor allem Goe­the sich umgab.

Beson­ders beein­dru­ckend war der Besuch in der inzwi­schen weit­ge­hend wie­der auf­ge­bau­ten Anna-Amalia-Bibliothek. Der berühmte Roko­ko­saal schlug die Schüler*innen mit sei­nen alten Büchern in den Bann, bevor der Tag mit einem Besuch im Deut­schen Natio­nal­thea­ter abge­run­det wurde. On the edge hieß die Per­for­mance, die alle begeis­terte und im Anschluss Stoff für fast zwei Stun­den Dis­kus­sion gab.

 Am zwei­ten Tag dann stand ein Besuch des direkt um die Ecke befind­li­chen ehe­ma­li­gen Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Buchen­wald an. Mit dem Besuch der Gedenk­stätte ging es hinab in die tiefs­ten Tie­fen deut­scher Geschichte. Unfass­ba­res Leid, all­um­fas­sende Nicht-Achtung von Leben und Würde — davon erzählt jeder Mil­li­me­ter die­ses kal­ten, um seine Seele gebrach­ten Ortes. Wie kön­nen wir dafür sor­gen, dass das Erin­nern uns und auch zukünf­tige Gene­ra­tio­nen angeht, das war die Frage der Dis­kus­sion im Anschluss.